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7. Etappe Cape Epic

7. Etappe Cape Epic

"Ein Millimeter kann das Leben verändern." So lautete die Erkenntnis zum Tag der Königsetappe von Thomas Oberli. Er hatte am Morgen den Sattel um einen Millimeter9 nach oben gestellt, in der Hoffnung, seinen geschundenen Hintern und die Achillessehnen dadurch entlasten zu können. Das Problem verlagerte sich aber einfach: "Meine Beine übersäuerten, und nach 70 Kilometern musste ich den Sattel wieder hochstellen." Der Genuss ist Oberli so abhanden gekommen. "Wir müssen anders fahren", lautete sein Fazit. Tempo gemacht haben er und vor allem sein Partner Marco Lang nun genug; nun gehe es darum, das Ziel zu erreichen. Immerhin: Auch in der Königsetappe, die über 117 Kilometer und 2100 Höhenmeter führte, konnten sich Lang und Oberli in den Top 50 halten. Sie werden auch die zweitletzte Etappe vom Samstag wieder aus der ersten Gruppe in Angriff nehmen. Insbesondere für Thomas Oberli ist dabei aber früh aufstehen angesagt. Am Donnerstag ging der Wecker um halb fünf Uhr los, um 5:45 Uhr wartete Oberli auf Einlass ins Medical Center. Nicht ganz allein: Erst vierzig Minuten später wurde er vom "Füdli-Doktor" behandelt. So wurde es vor dem Start dann schliesslich noch hektisch, denn bei drei Velos des bike2help.ch-Teams befand sich plötzlich nicht mehr genug Luft in den Reifen. "Wahrscheinlich wegen der Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht", mutmasste Oberli. "Das sind so Sachen, die einen dann nervös machen — in Momenten, in denen man das am wenigsten braucht…"
Trotz des Ungemachs vor der Abfahrt lief es allen Schweizer Charity-Bikern gut. Daniel Oberli und Armin Frei fahren weiterhin um den 200. Rang, und das Frauenteam hält sich trotz Giuliana Vitali-Freis Erkältung auf dem dritten Platz. Vitali-Frei musste zwar vor dem Rennen zu einem Neocitran greifen, aber sie und Tamara Horn holten weitere Minuten auf Rang vier heraus. Ihr Erfolg bleibt nicht unentdeckt: Kaum sind die beiden jeweils im Ziel, tauchen auch schon die ersten Kamerateams auf.
Auch sonst wurde den bike2help.ch-Athleten gestern viel Aufmerksamkeit zuteil. Die Direktion der organisierenden Big Tree-Foundation bedankte sich noch einmal für die gespendeten 50 Bikes und Schulbänke. Am Ziel der langen Etappe warteten rund 20 Kinder mit den brandneuen Bikes, um die drei Teams zu empfangen. Für eine Runde mit den Kindern habe es dann aber nicht mehr gereicht, so Thomas Oberli. Die Fahrer waren dafür nach dem harten Tag schlicht zu müde.
Müdigkeit hin oder her: Am Samstag wird Thomas Oberli noch einmal eine Viertelstunde früher aufstehen, um sich den Stress vom Vortag zu ersparen. Ob sich Marco Lang wie am Freitag in den Wind hängen und die beiden in eine schnellere Gruppe führen wird, muss sich weisen. In erster Linie geht es jetzt darum, das Rennen zu überstehen. Thomas Oberli: "Es ist eine Schmerzerfahrung. Aber es ist estaunlich, was der Körper an Schmerzen aushält, solange es im Kopf stimmt."
Zwei Tage noch — dann ist's überstanden.