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6. Etappe Cape Epic (Zeitfahren)

Für Strassen-Profis wäre es Alltag gewesen – für die Biker war’s ein eindrückliches Erlebnis: Das Zeitfahren am Cape Epic. Der Start erfolgte, ähnlich wie bei den grossen Rundfahrten, ab einer Rampe. „Ausserdem war eine Schar von 400 Schulkindern versammelt, welche die Tribüne füllte und bei unserem Start „we will rock you“ sang“, schwärmte Thomas Oberli im Ziel.
Die UCI-Profis waren bereits um 11 Uhr morgens gestartet, ansonsten nahmen die Athleten das Rennen in der umgekehrten Reihenfolge des Klassements in Angriff. Die Strecke entpuppte sich als schnell, denn sie bestand aus vielen Single Trails. „Lässig zu fahren“, konstatierte Oberli. Besonders schnell waren wiederum die Frauen aus dem bike2help.ch-Team unterwegs: Tamara Horn und Giuliana Vitali bauten ihren Vorsprung auf die nächsten Verfolgerinnen wieder auf über 30 Minuten aus. Und auch Daniel Oberli und Armin Frei-Vitali konnten insgesamt zulegen: Sie liegen nun auf Rang 206, die Top 200 sind also gleichsam in Griffweite. Eine ausgezeichnete Leistung, wenn man das Alter der beiden Fahrer berücksichtigt: Daniel Oberli ist 36, Armin Frei-Vitali bereits 46-jährig. Die beiden harmonieren aber ausgezeichnet. „Es macht Spass, sie jeweils ins Ziel kommen zu sehen“, sagt Thomas Oberli. Die bike2help.ch-Fahrer können so auch das Programm nach dem Rennen geniessen – beispielsweise eine Art Happy Hour, die Sieger-Zeremonien und die allabendlichen Konzerte der lokalen Bands, die im Fahrerlager für gute Stimmung sorgen. Wenn Thomas Oberli davon erzählt, hört sich das schon beinahe nach Ferienlager an. Ganz so locker ist es denn aber doch nicht. „Das Rennen bleibt extrem hart“, macht er klar. Zumal viele Fahrer schon leicht angeschlagen sind – man kann es an ihrem Gang erkennen oder an der zunehmenden Zahl verbundener Schürfungen. Die Schweizer Charity-Biker kamen bislang ohne grössere Pannen oder Stürze durch. Allerdings kam gestern zu den bestehenden gesundheitlichen (Sitz- und Achillessehnen-)Problenem noch eine Erkältung von Giuliana Vitali hinzu. Wie sehr diese sie beeinträchtigen wird, muss sich nun zeigen.
Am Freitag steht ausgerechnet die Königsetappe an: Von Worcester geht es nach Oak Valley, über 123 Kilometer und 2240 Höhenmeter. Die ersten dreissig bis vierzig Kilometer werden dabei über relativ flaches Terrain und Farm-Strassen führen. Der Härtetest erfolgt erst nach 90 Kilometern, wenn es einen 600 Meter hohen Hügel zu erklimmen gilt, an dessen Hängen die Strassen Steigungen von bis zu 20% aufweisen. Thomas Oberli: „Dass da viele Fahrer an den Anschlag kommen, ist vorprogammiert.“ Für ihn selber wird der Tag um fünf Uhr beginnen, dann wird das Velo hergerichtet, und auf den geschundenen Hintern gibt es einen Spray, der wie eine zweite Haut wirken soll. Im Zeitfahren nützte dies offenbar. Nun muss sich zeigen, ob der Spray seine Wirkung auch auf einer sechseinhalbstündigen Etappe entfalten kann. Oberli: „Wenn etwas schmerzt, macht das Fahren keinen Spass. An der Schmerzgrenze zu fahren, ist halt etwas anderes als wenn man an die physische Grenze stösst.“ Trotzdem freut sich Oberli insbesondere auf die Rückkehr nach Oak Valley. Und auf den Empfang, der den bike2help.ch-Athleten dort geboten werden wird. Sie werden am Ziel von den Empfängern der Velos und Schulbänke erwartet. Thomas Oberli und Marco Lang werden die Etappe von Rang 46 aus in Angriff nehmen. Durch einen kleinen Defekt haben sie am Donnerstag einige Plätze eingebüsst. Es kann aber genauso schnell auch wieder in die andere Richtung gehen – und in der A-Gruppe starten dürfen sie auch so noch.