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4. Etappe Cape Epic

Die Etappe konservativ angehen und dann das Tempo steigern. So lautete die Taktik von Thomas Oberli und Marco Lang für das dritte Teilstück des Cape Epic. Tatsächlich steigerten sie das Tempo in ungeahnte Höhen: „Wir haben eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,8 km/h erreicht“, erklärte Oberli nach dem Rennen. So schnell sei er bislang noch auf keiner Etappe des Rennens in Südafrika unterwegs gewesen. „Die Strecke war nicht so technisch wie gestern. Es gab zwar Single Trails, aber oft wars recht flach, und wir konnten richtig drücken.“ Der eigentlich geplante, grosse Hügel konnte wegen fehlender Eintrittsrechte – also weil sich ein Landbesitzer querstellte – tatsächlich nicht befahren werden. Stattdessen wurden mehrere kleinere Hügel eingebaut. Fahrer, welche oft auf der Strasse unterwegs sind, waren im flacheren Gelände im Vorteil; Oberli konnte sogar Führungsarbeit verrichten. „Es hat extrem Spass gemacht!“ Wie schnell er und Lang unterwegs waren, fiel ihnen nach rund 15 Kilometern auf: „Wir haben Nino Schurter und Florian Vogel eingeholt – und fragten uns, was denn die denn nun hier machen!“ Später haben sich die Profis wieder abgesetzt. Vor der Zieldurchfahrt liessen Oberli und Lang aber immerhin noch Bärti Bucher und Esther Süss, die Führenden in der Mixed-Wertung, hinter sich. Diese hatten unterwegs einen Defekt beheben müssen, was sie wertvolle Minuten kostete. Oberli und Lang liegen nun auf dem 41. Gesamtrang und können auch die vierte Etappe aus Block A starten.
Neu waren in der dritten Etappe übrigens die Dornen. Oberli/Lang kamen ohne Defekt durch, jedoch mussten sie sich abends als Pneu-Chirurgen betätigen und einige Splitter herausoperieren. „Wir fahren mit Latexmilch in den Rädern. Wenn man die Dornen herauszieht und das Rad dreht, füllt sie das Loch.“
Weiterhin hervorragend im Rennen ist das Frauen-Team von bike2help.ch. Giuliana Vitali und Tamara Horn liegen weiterhin auf Rang 3, obschon es ihnen am Dienstag nicht ganz optimal lief. Einerseits hatte Giuliana Vitali erneut gegen die ständig drohende Dehydrierung zu kämpfen, andererseits erwischten sie und Horn keine der schnellen Männergruppen, in deren Windschatten sie sich auf den flachen Stücken hätten hängen können. Ihr Vorsprung auf das viertschnellste Team beträgt aber immer noch eine knappe Viertelstunde. Daniel Oberli und Armin Frei-Vitali liegen auf Rang 144 ihrer Kategorie, dem 210. Platz insgesamt.
Überschattet wurde das Rennen am Dienstag vom Tod des Australiers James Williamson, der in der Nacht aus noch ungeklärten Gründen verstarb. Sein Partner Shaun Lewis konnte ihn am Morgen nicht wecken, und um 6:47 Uhr mussten die Ärzte den Tod des 26-Jährigen feststellen. Er und Lewis lagen nach zwei Etappen an 18. Stelle des Gesamtklassements; Williamson war also ein ausgezeichnet trainierter Athlet. Die Stimmung im Feld war danach natürlich gedrückt. Thomas Oberli: „Es gab eine Schweigeminute, und den Rest des Rennens werden alle im Namen Williamsons absolvieren.“
Das vierte Teilstück wird den Fahrern rund 90 Kilometer und 1650 Höhenmeter bringen.